Im Frühjahr 2004 ging es endlich los. Da Geld auch bei uns
Magelware ist, tut man selbst, was man selbst tun kann - z. B.
abreißen.
Zunächst haben wir den Fußboden rausgestemmt und die
Platten von den
Wände gerißen. Hinter den Platten sahen die Wände teilweise
gruselig aus. Im Flur wuchs sogar so etwas wie Algen an der Wand.
Das Foto rechts zeigt Erich in unser
Küche. Mit dem Boschhammer löst er den Betonboden. Die Böden
in Küche, Bad und Flur, waren weder gegen Feutigkeit geschützt noch
Wärmeisoliert. An anderer Stelle bestand der Fußboden aus einer
kleinen Zementdecke, Bitperl zur Isolierung und Ziegelplatten.
Diese Böden im Wohnbereich waren zwar Wärme isoliert
und hatten auch eine dünne Folie als Feutigkeitssperre, doch fehlte ihnen
der Beton als Substanz. Ein leichter Schlag mit dem vorschlaghammer
genügte und man konnte die Böden einfach
rausschaufeln.
Nachdem der Boden entfernt war, war zu sehen, wie sehr der Boden gewachsen ist.
Wenn an dem Boden etwas getan worden ist, ist immer aufgeschüttet oder
aufgelegt worden. Nie wurde der alte Boden entfernt.
Nun ist es auch nicht mehr verwunderlich, daß die alte Türhöhe
so manchem eine Beule einbrachte. Sie lag nur noch bei 178cm.
Nachdem die Wände von Verkleidung und Putz befreit waren und der Fußboden
entfernt war, bot das Haus einen sehr rustikalen Anblick. Anstatt eines
Teppichbodens blickte uns Mutter Erde an und jede Wandziegel konnte
uns einzeln grüßen. Zum Beispiel
der Blick in unser Wohnzimmer. Mit einem Mal gab es zwei Türen
im Wohnzimmer. Die zweite war dort entstanden, wo bisher der Schornstein
stand.
Natürlich geschah auch das eine oder andere nicht Vorgesehene. Als in
der Küche Boden und Putz entfernt wurden, hatten wir plötzlich
ein Loch in der Außenmauer. Das Foto links zeigt den Bruch. Dabei stellten wir fest, daß die Nordmauer
noch aus Lehm gemauert wurde. Die braunen Brocken zwischen den Ziegeln
sind eindeutig Lehmklumpen.
Wenn man an dieser Mauer entlangpeilt, dann siehht man, daß die Wand
in sich verdreht ist. Solche Windschiefen Wände geben einem Haus einen
gewissen Charme. Interessant ist, daß dies die einzige Mauer ist,
die mit Lehm gemauert wurde. Zumindest ist sie die einzige in Lehm
erhaltene Mauer. Alle anderen sind wohl irgendwann erneuert worden.
Alles, was verschimmelt oder nicht isoliert war, war nun entfernt.
Kubikmeterweise wurde noch Erde
ausgehoben. Jetzt erst konnte mit einem soliden
Wiederaufbau begonnen werden,